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Stand: 13.08.2018

Pressemitteilung

Zufriedener Rückblick: „Ich hatte ein sehr buntes Leben“

Fulda (cif). Am Montag, dem 15. November, wird Hildegard Weber, die älteste Bewohnerin von Stadt und Landkreis Fulda, 109 Jahre alt. Seit Mai 2021 lebt sie im Caritas-Altenpflegeheim St. Josef - davor war sie in Petersberg zu Hause. Jetzt - kurz vor diesem besonderen Geburtstagsfest - blickt Hildegard Weber gelassen und auch zufrieden auf ihr langes Leben zurück.

Frau Hildegard Weber blickt uns zufrieden an.Hildegard Weber im Pflegeheim St. JosefC. Scharf/Caritas FD

Gebürtig stammt sie, die seit 1956 und damit weit über die Hälfte ihres Lebens im Raum Fulda verbracht hat, aus Sachsen. Am 15. November 1912 erblickte sie in Sebnitz in der Sächsischen Schweiz das Licht der Welt. "Ich hatte fünf Geschwister und war die Zweitjüngste", berichtet sie. Ihr Vater war Eisenbahner, und so bewohnte die große Familie in einer Dienstwohnung direkt im Bahnhof. "Klar, das war für uns Kinder sehr spannend direkt an den Schienen", erinnert sie sich.

Die Schulzeit war nicht unbedingt das, woran sich Hildegard Weber nur mit Freuden zurückerinnert. "Nun, ich war keine besonders gute Schülerin gewesen", lächelt die älteste Bewohnerin der Caritas-Senioreneinrichtung. "Trotzdem habe ich es geschafft und dann auch die höhere Handelsschule besucht, um eine Ausbildung zu meinem Wunschberuf zu machen. Ich wollte unbedingt Schneiderin werden!"

In den Kriegsjahren war das Schneidern dann leider nicht der gefragteste Beruf. So musste sich Hildegard Weber beruflich verschiedentlich durchschlagen und arbeitete u. a. auch als Sekretärin. "100 Anschläge pro Minute auf der Schreibmaschine und 60 Silben musste man im Test schaffen, dann wurde man genommen", erläutert sie. Das Kriegsende erlebte sie im Bayrischen Wald und dann in Bamberg. Doch als aus Sachsen stammend sollte sie in Osten Deutschlands zurückkehren. "Bei den Russen gefiel es mir aber nicht", erzählt sie, "ich machte mich daher wieder nach Westen auf und landete schließlich in Krefeld".     

Dort war es ihr endlich wieder möglich, als Schneiderin zu arbeiten. "Jetzt - in den Nachkriegsjahren - war es ein gefragter Beruf. Ich konnte mich sogar in der Haute Couture etablieren und Modenschauen ausrichten. Diese Arbeit machte mir Freude, war aber auch sehr anstrengend", blickt die Seniorin nachdenklich zurück. 1956 dann ging es nach Fulda. "Ich kam für die Arbeit hierher", betont sie. "Ich habe bei der Firma Mehler - hier direkt um die Ecke - als Qualitätskontrolleurin gearbeitet. Bei Mehler bleib ich dann bis zur Rente."

In den Ruhestand startete sie bereits mit 60 Jahren. "Das konnte man damals noch! Ich wollte noch etwas vom Leben haben, reisen, mir die Welt anschauen", lacht sie. "Und ich hatte auch ein tolles Rentnerdasein mit vielen Urlaubsaufenthalten zum Beispiel in Italien und Portugal, aber auch in Spanien und speziell auf Mallorca."

Wenn sie nun zurückblickt auf diese vielen Lebensjahre, zeigt sich Hildegard Weber sehr gelassen und zufrieden: "Gut, es gab Krisen, ich musste als Kind den ersten Weltkrieg erleben, ich war oft krank. Aber ich habe Glück gehabt und sogar Corona überstanden!  Es war letztendlich alles gut, wie es war. Ja - ich hatte ein sehr buntes Leben". Zu ihrem Geburtstag am Montag, 15. November, erwartet das Geburtstags"kind" illustre Gäste. Auch Diözesan-Caritasdirektor Dr. Markus Juch wird zu den Gratulanten gehören.

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